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zai & CO2 – Verantwortung zählt

Wir produzieren unsere Produkte. Wir transportieren sie zu unseren Kunden. Wir fahren Ski und reisen in die Berge. Ist das ökologisch verantwortlich?

Für uns ist es entscheidend zu verstehen, welche Effekte unser Handeln hat. Verantwortung ist gefragt. Verantwortung basiert auf Verstehen. Wissen schafft dafür die Entscheidungsgrundlagen. zai analysiert die Effekte ihres wirtschaftlichen Handelns mit Hilfe der eigenen Ökobilanz. Der Prozess, den Energie-Verbrauch im Detail zu messen, ist komplex und teuer. Viele Unternehmen scheuen sich davor – auch im Ski-Bau. Außerdem möchten Sporttreibende den negativen Effekt der Freizeitbeschäftigung nicht wirklich hinterfragen. Wenn wir uns schon bei unseren Reisen einschränken oder bewusster Autos kaufen und fahren, wollen wir unsere Freizeit einfach genießen.

zai übernimmt Verantwortung – für sich und seine Kunden. Rémy Kuhn, Student für Umwelttechnologie und -management, hat in unserem Auftrag eine Ökobilanz erstellt: Seine Analyse zeigt, dass 50% des Energieverbrauchs beim Transport unserer Produkte zu den Kunden entsteht. Die weiteren 50% entstehen in der Beschaffung und Verarbeitung der Materialien. Schaffen wir also langlebige Produkte, so lösen wir nicht nur unser Qualitätsversprechen ein, sondern reduzieren den Rohstoffverbrauch signifikant.

Im Grunde waren sogar zwei Ökobilanzen nötig, um tragfähige Ergebnisse zu erhalten: eine ist die C02-Bilanz, die andere die Beurteilung über Umweltbelastungspunkte. Bei der CO2- Bilanz werden einzelne CO2-Äquivalente der eingesetzten Rohstoffe addiert. Bei den Umweltbelastungspunkten bekommen die einzelnen Rohstoffe Punktwerte. Diese werden jeweils kumuliert. „Bei der Analyse der Rohstoffe griffen wir auf einen Bewertungsstandard der CO2-Bilanzierung zurück (IPCC, 2014). Der ausgewiesene CO2-Wert für die Rohstoffe beinhaltet alle anfallende Energienutzung bei der Gewinnung, Verarbeitung und Transporte (jene vom Ursprung zur Produzentin)“, erklärt Rémy.

Hier ein Beispiel: zai produziert aktuell drei Modelle: zai wood, zai stone und zai disruptor. Beim letzteren Ski ist einer der Baustoffe aus Kautschuk. Kautschuk ist Naturgummi, der in Schwellenländern gewonnen und mehrheitlich in der Industrie (Pneus, Dichtungen, Dämpfungselemente) angewendet wird. Im Falle des Kautschuks haben wir z.B. die Gewinnung untersucht. Landverbrauch ist CO2-wirksam, denn alternativ könnten Kautschukplantagen als Waldreserven dienen. Kautschukplantagen werden intensiv bewirtschaftet: Wasser und Düngemittel werden von den lokalen Bauern eingesetzt. Dünger- und Wasserverbrauch sind mit dem Output nicht streng korreliert. „Bäume geben so viel her wie sie hergeben – von daher ein vertretbarer Rohstoff“, folgert Rémy. Der Energiebedarf bei der Produktion ist dank der zai internen Stromabrechnung gut messbar. Und der Energieverbrauch des Transportes der einzelnen Rohstoffe auf der Zulieferseite sind bei den Berechnungen wesentlich enthalten.

Wie zu erwarten, ist die Belastung bei den Kunststoffen am höchsten. In diesem Zusammenhang ist die Erdölabhängigkeit dominant und fällt somit stark ins Gewicht. Beim Holz sieht es besser aus. Holz ist ein anschauliches Beispiel, bei dem wir zusätzlich den Energieverbrauch im Laufe des Verfahrens berücksichtigen mussten. Das Holz für den Ski-Kern wird im sogenannten Schälfurnierverfahren gewonnen. Das Holz wird wie bei einem Bleistiftspitzer vom Baumstamm gefräst. Dadurch entsteht sehr wenig Holz-Abfall. Der Ressourcennutzen ist also sehr hoch, doch natürlich benötigt auch dieses Verfahren Energie.

zai verfolgt zwei Ziele: Wir wollen wachsen und gleichzeitig den CO2-Verbrauch bei jedem unserer Produkte reduzieren und optimieren. Das muss kein Widerspruch sein. Hierfür übernehmen wir die Verantwortung.

 

Quellen
IPCC, 2014. Climate change 2013: the physical science basis: Working Group I contribution to the Fifth assessment report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, New York.: Cambridge University Press.

Weitere Literatur
Masterthesis Ökodesign für Sportgeräte, 2018

Angaben zum Studenten:
Rémy Kuhn, Facility & Environment Supervisor